Nach dem letzten Projekt-Abschlusslauf, der 2016 nach Lobenfeld in die Manfred-Sauer Stiftung erfolgte und mit einer Kilometerleistung von 11 km einzuordnen war, folgte dieses Jahr, wie schon 2014 und 2015, wieder ein Querfeldein-Hindernislauf auf Halbmarathon-Niveau in die Bäderwelt nach Sinsheim.

Die Herausforderung
Die Laufstrecke führte vom Kurpfalz Internat in Bammental nach Sinsheim zur THERMEN & BADEWELT SINSHEIM, welche genau neben der Rhein-Neckar-Arena des Bundesligavereins TSG 1899 Hoffenheim liegt. Dafür wurde über einen längeren Zeitraum jeden Dienstagabend bei Wind und Wetter trainiert.
Acht Schüler hatten sich dieser Herausforderung gestellt – nahezu die gesamte Projektgruppe nahm teil.

Das Ziel sollte gleichzeitig auch eine Belohnung für alle Teilnehmer sein. Die THERMEN & BADEWELT SINSHEIM ist ein Bad der Superlative, welches mit sommerlichen Temperaturen und Südseefeeling gerade in der kalten Jahreszeit Körper und Seele verwöhnt – so der Werbeslogan. Das mit 34°C Wassertemperatur, fruchtigen Cocktails an der Poolbar, farbenprächtigen Orchideen und mehr als 400 echten Südsee-Palmen angereicherte, traumhafte Ambiente des SPA Juwel Saunaparadies und Palmenparadies sollte die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre nach dem harten Lauf werden.

Über 20 Kilometer
Doch Kilometer ist nicht Kilometer. Es war nicht einfach nur Laufen - gab es doch verschiedene natürliche Hindernisse, die auf dieser Strecke zwischen Bammental und Sinsheim bei ca. 7°C Außentemperatur und Dauerregen absolviert werden mussten.
Die Strecke führte von Bammental über Mauer (der Fundstelle des Homo heidelbergensis -  hieraus ging der Homo erectus hervor und entwickelte sich vor etwa 200.000 Jahren in Europa zum Neandertaler weiter) über Meckesheim nach Zuzenhausen, wo der Bundesliga Verein TSG 1899 Hoffenheim seine Sportakademie betreibt, neben einem instandgesetzten Schloss liegt, welches 2008/09  für rund 14 Millionen Euro saniert wurde.
Von dort ging es weiter nach Sinsheim, wo das deutschlandweit bekannte AUTO & TECHNIK MUSEUM SINSHEIM angesiedelt ist, welches jeden von der naheliegenden Autobahn A6 durch eine ausrangierte Concorde exemplarisch anlacht.

Die verschiedenen Hindernisse, die von allen Läufern überwunden werden mussten, hatten es in sich. Von einem künstlich angelegten Mountainbike-Parcours, über einen alten Güterbahnhof und verschiedene Wasserläufe, Pfützen und Hänge bei peitschendem Dauerregen, war alles dabei, was das Extrem-Hindernisläufer-Herz begehrte.
Unzählige Felder, Wiesen und Feldwege mussten absolviert werden - immer wieder ging es bergauf und bergab durch überwiegend matschiges Gelände und Gestrüpp. Dabei saugten sich oft große Matschklumpen unter den Turnschuhen der Schüler fest und stellten die Koordination und Kondition jedes einzelnen immer wieder auf eine harte Probe.

TSG Hoffenheim 1899 Sportakademie

In Zuzenhausen an der TSG Hoffenheim 1899 Sportakademie angekommen, hatte ein Betreuer des Internats den ersten Servicepunkt für uns aufgebaut. Hier noch einmal besonderen Dank an den Mentor Herrn Scholl, der diesen finalen Lauf erst durch seine hervorragende Unterstützung und sein tolles Engagement möglich gemacht hat! Es gab für alle Schüler genügend Wasser, warmen Tee, Bananen und Müsli-Riegel sowie verschiedene Säfte.
Leider gab der erste Läufer nach knapp 8 km auf und blieb beim Betreuungsfahrzeug zurück - trotzdem war es bis hierhin auch schon eine hervorragende Leistung! Alle anderen setzten sich nach kurzen 5 Minuten wieder in Bewegung.

Autobahn A6
Vom ersten Verpflegungspunkt aus ging es die nächsten 5 km wieder querfeldein weiter zum Hoffenheimer S-Bahnhof, wo der nächste Checkpoint aufgebaut war. Wieder wurden alle Schüler hervorragend versorgt.
Nach einer kurzen Rast ging es noch immer bei Dauerregen weiter - kein Kleidungstück am Körper war nun mehr trocken. Auf einem kleinen Weg entlang der Bahnschienen liefen wir nun immer weiter, bis dieser eine scharfe Linkskurve machte - es ging jetzt weiter querfeldein über Wiesen und Bachläufe in Richtung nächster Auffanglinie, der Autobahn A6. Nach erfolgreicher Autobahnunterquerung erwartete uns auch schon wieder Herr Scholl am letzten aufgebauten Checkpoint. Wir hatten Sinsheim endlich erreicht. Obwohl wir jetzt schon in Sinsheim angekommen waren, lagen immer noch drei Querfeldein-Kilometer vor uns. Keiner der sieben Läufer wollte sich nun mehr geschlagen geben, obwohl jeder gefühlt schon an seiner eigenen Grenze angekommen war - alle wollten es jetzt wissen! Nach einem kurzen letzten Schluck warmem Tee, verließen wir zügig den letzten Checkpoint, um nicht auszukühlen und Krämpfen keine unnötige Chance zu bieten.

Deutsche Toskana
Es ging nochmals ein langes Stück bergauf – nicht umsonst nennt man diese Gegend die Toskana Deutschlands. Das Bundesligastadion (Rhein-Neckar-Stadion) konnte man nach der ersten Steigung jedoch schon sehen. Es thronte hell beleuchtet neben der Autobahn. Genau 300 Meter daneben, zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsehbar, lag unser Ziel: die THERMEN & BADEWELT SINSHEIM, Europas größtes Vitalbad. Man merkte den Schülern jetzt an, dass sie mit allen Mitteln das Ziel erreichen wollten. Alle waren plötzlich auffällig gut gelaunt, spürten sie doch, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sie endlich wieder ins Warme gelangen würden. Die Müdigkeit und Erschöpfung, die noch vor dem letzten Checkpoint einigen Läufern ins Gesicht geschrieben war, löste sich plötzlich in Wohlgefallen auf. Wir kamen jetzt dem Stadion immer näher - waren wir nun auch schon knapp drei Stunden lang unterwegs. Noch einmal hoch über eine Kuppe und dann bergabwärts, bis wir eine beleuchtete Straße und einen Kreisel erreichten. An diesem Kreisel lag ein markantes neues Wasser-Rückhaltebecken. Nicht weit entfernt hatte die AVR (Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises) einen im Dunkeln leuchtenden Luxus-Kubus aus Sichtbeton gebaut, der an Gebäude von Mies van der Rohe erinnerte. Dieser war auffällig mit bunten Designer-Stühlen und anderem auffälligen Interieur bestückt. Wir ließen den Bau links liegen und hatten keine  400 Meter mehr vor uns.
Nun endlich sah man die BADEWELT – diese wirkte wie ein großes leuchtendes Schiff mit Segel.

Die letzten Meter
Die Freude war bei allen riesig - war es doch für die meisten das Härteste was sie sportlich je geleistet hatten.
Nach  03:08:27 Stunden und 21 km Laufstrecke, erreichten wir die THERMEN & BADEWELT. Herr Scholl wartete hier bereits auf uns und machte Finisher-Bilder von acht überglücklichen Läufern.

Glückwunsch an alle, die dabei waren!!

Raffael Zeller