Reinhold Ziegler liest am Kurpfalz-Internat

Die Schüler der Klasse 9 erhielten einen Einblick in das Werk des bekannten Autoren Reinhold Ziegler. Anspruchsvolle Jugendbücher zu Themen wie Liebe, die Klimakatastrophe, künstliche Intelligenz oder den Fall der Berliner Mauer sind das Markenzeichen Zieglers. 
Die 9er kamen in den Genuss einer Premiere: Ziegler gab eine Kostprobe seines noch nicht veröffentlichen Romans „GRID alive“. GRID steht für einen Verbund von Hochleistungsrechnern. Eine Gruppe Jugendlicher hat nicht mit den Folgen ihrer Manipulation der Computer der Universitäten gerechnet. Mit diesem Thema trifft Ziegler den Puls der Schüler. Ein weiteres, bei Ziegler immer wiederkehrendes Thema, ist das der Liebe. Sie erschwert das Atmen in dem Bestseller „Jenny, die Mauer und ich“ und sie führt zum Streit der Brüder Tom und Urs um das Mädchen Eos in dem Roman „Der Nachtläufer“. Diesen Roman lesen zwei 9er gerade.

Am Ende blieb leider wenig Zeit, um den Schriftsteller über seine Arbeit und seine Ideenwerkstatt zu befragen. Wir erfuhren aber, dass er von den Tantiemen, nämlich 95 Cent pro verkauftem Buch, weder leben noch sterben könne. Ihm geht es also nicht um das Geld, sondern um das Wachrütteln von Menschen, er will sie sensibilisieren für die Gefahren, aber auch für die Schönheit des Lebens. 
Als studierter Maschinenbauer und langjähriger Journalist technischer Zeitungen kennt er sich mit Themen rund um den PC perfekt aus. Heute lebt der 2fache Vater als freier Schriftsteller in der Nähe von Aschaffenburg.

Workshop Klassen 7&8

„Liebe & Hass, der Leim für Literatur und Leben“

Was unterscheidet gute Literatur von schlechter? Wir hörten 2 unterschiedliche Geschichten über eine Stadt. Die Informationen welcher Geschichte blieben besser haften? Justin merkte sie: Namen, Daten und Kilometerangaben der zweiten Geschichte. Warum? Gute Geschichten enthalten Emotionen. Gute Geschichten enthalten keine Klischeesätze wie: „Ich liebe dich, hauchte sie ihm ins Ohr.“ Aber wie drücke ich Gefühle aus, ohne meine Angebetete zu langweilen? Die Schüler, allen voran Tim aus der 8b, verstanden schnell Zieglers Tipps, produzierten leise, zarte Liebeserklärungen. Sie erfanden ungewöhnliche Metaphern, übertrieben nicht, verwandten feinen Humor. 

Was macht ein Schriftsteller, wenn er ein Kapitel über Liebe schreibt und selber gerade nicht verliebt oder besonders aggressiv ist?

1.Übung:

Ziegler entfachte ein virtuelles, knisterndes Feuer auf der Leinwand und versetzte uns in eine Hypnose mit Hilfe einer Gedankenreise. Viele legten den Kopf auf den Tisch, zwei Schüler sollen eingeschlafen sein. Die Reise führte uns an einen verzauberten Ort voller Wärme und Güte. Wie kehrten zurück in die Realität mit einem beseelten Lächeln auf den Lippen. So fühlt sich ein Glückszustand an.

2.Übung:

Wir bildeten 2 Gruppen:
die Anarchisten und die Staatsmacht. Die Staatsmacht sollte die Anarchos im Zaum halten, sie durfte die Anarchos anfassen, wohingegen für diese Körperkontakt Tabu war. Die Folge: Die Anarchos empfanden Gefühle der Ohnmacht, des Hasses, der Ungerechtigkeit. Die angestaute Aggressivität war gut zum Schreiben eines Hassmonologes geeignet. 

Die Schüler haben viel gelernt.
Einen großen Dank aller an Herrn Ziegler !!!