Wolfgang Hohlbein zu Gast im Rahmen der Vortragsreihe „Starke Vorbilder – starke Kinder“

Die Deutschnote war nie besser als „3“. Unter vielen seiner Aufsätze stand „Zu lang – Thema verfehlt“. Wohl keiner seine Deutschlehrer hätte je daran gedacht, dass so ein Schüler einmal Deutschlands erfolgreichster Fantasy - Schriftsteller sein wird.

Voller Spannung erwarteten wir den Schriftsteller, der aus zwei seiner in diesem Jahr erschienen Bücher las. In seinem Roman „Irondead“ wird der Leser in ein mysteriöses Geschehen versetzt. Die Geschichte spielt in Belfast zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Privatdetektiv Devlin Quinn wird von dem Unternehmer Stanley Jacobs engagiert, um Materialschwund beim Bau der Titanic aufzuklären. Er entdeckt ein monströses eisernes Geschöpf und bald darauf verschwindet der Auftraggeber.

Nicht minder spannend geht es in dem Buch „Der Ruf der Tiefen“ zu.

Von besonderem Interesse war die anschließende Fragerunde: Haben Sie Vorbilder? Haben Sie ein Lieblingsbuch? Wie recherchieren Sie? Wann, wo und wie schreiben Sie? Welches Ihrer eigenen Bücher gefällt Ihnen am besten? Wie sind sie Autor geworden? Das sind nur einige von den vielen Fragen, die Wolfgang Hohlbein beantwortet hat.

Warum ist er nun gerade ein „starkes Vorbild“? Wolfgang Hohlbein hat seine Träume verwirklicht, an sich, sein Talent geglaubt und nicht aufgegeben. Die Schriftstellerei wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Diese Arbeit hat ihm keinen Spaß gemacht, in seinem Kopf schwirrten Geschichten, die es galt aufzuschreiben. Wir erfuhren, dass er viele Heftromane geschrieben hatte, ohne je damit einen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Mit „Märchenmond“ – einem Gemeinschaftsprojekt mit seiner Frau Heike – gelang ihm 1982 mit 29 Jahren der schriftstellerische Durchbruch, der bis heute anhält.

Seine Romane begeistern Millionen junger Menschen, die sich auch jetzt in unserem multimedialen Zeitalter Bücher kaufen und lesen. Nicht wenige gingen auch an diesem Abend über den Ladentisch und wurden von ihm signiert.

Wolfgang Hohlbein sieht sich als Erzähler sowie Workaholic und kann sich nichts anderes vorstellen, als Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben. Wir sind sicher, dass wir noch einiges von ihm zu lesen bekommen und freuen uns darauf.