Kurpfalz News
KPI-Klassenfahrt 26/27: Die K0 in Berlin – zwischen Geisterbahnhöfen, Graffiti und großen Gefühlen
Berlin von oben und unten, Geschichte zum Anfassen und Kunst mit einer eigenen Botschaft: Die K0 erlebte eine abwechslungsreiche Klassenfahrt in die geschichtsträchtige Hauptstadt. Zwischen Berliner Unterwelten, Street Art, dem Deutschen Bundestag und einem bewegenden Musical konnten die Schülerinnen und Schüler des KPI entdecken, fragen und ausprobieren.
Berlin – eine Frage der Perspektive
Los ging es mit einem Klassiker: dem Berliner Fernsehturm. Von oben verschaffte sich die Gruppe einen ersten Überblick über die Hauptstadt. Am nächsten Tag wechselte die Sichtweise und es ging tief hinunter in die Berliner Unterwelten. Bei der Führung durch die Berliner Unterwelten erfuhren die Schüler, wie die DDR, die Berliner U-Bahn und der Kalte Krieg die Stadt geprägt haben. Es ging um sogenannte Geisterbahnhöfe, die während der DDR stillgelegt waren, geheime Wege, Agenten und Atomschutzbunker. Die düsteren Gänge und die enge Atmosphäre machten die Geschichte besonders anschaulich und inspirierte die Schüler zu spannenden Fragen an den charismatischen Leiter der Führung, der das Kulturangebot ehrenamtlich durchführt. Nur bei einem Thema war die Neugier plötzlich nicht mehr ganz so groß: Als von Spinnen die Rede war, die man in den tieferen Tunneln nun finden könnte, hätten einige die Führung am liebsten abgekürzt. Doch Berlin hatte noch mehr Grusel zu bieten. Im Berlin Dungeon warteten am selben Tag weitere schaurige Geschichten, auch Nervenkitzel war also garantiert.
Auch Kreativität war gefragt
Bei einem Graffiti-Workshop und einer Führung durch die Berliner Street-Art-Szene am Mittwoch lernten die Schüler Kunst kennen, die nicht in Museen hängt, sondern mitten im Alltag stattfindet. Sie erfuhren, wie Bilder und Schriftzüge öffentliche Räume verändern und persönliche Botschaften sichtbar machen können. Dann durften sie selbst zur Sprühdose greifen und eine Wand gestalten. Die Wahl des Wortes „clueless“ war dabei wohlüberlegt. Schon am Vortag hatte die Gruppe lange darüber diskutiert, welches Wort ihre Gedanken am besten ausdrücken könnte.
Die Idee dahinter: Das Leben liegt noch vor ihnen. Nicht immer ist klar, wohin der eigene Weg führt oder welche Entscheidungen die richtigen sind. Trotzdem kann man etwas gestalten, eigene Ideen entwickeln und Spuren hinterlassen. „Clueless“ sollte also nicht nur der ironische Schriftzug einer Gruppe sein, die noch nicht genau wusste, was sie sprühen wollten, sondern sollte auch die Neugierde darstellen, mit denen die Schüler die Klassenfahrt bestritten haben.
Am Nachmittag führte der Weg vom kreativen Gestalten ins politische Zentrum Deutschlands: Die K0 besuchte den Deutschen Bundestag. Nach den Einblicken in die deutsche Vergangenheit war das eine passende Gelegenheit, sich mit Demokratie und parlamentarischer Arbeit auseinanderzusetzen.
Geschichte, die persönlich wird
Am Donnerstag begegneten die Schüler Christine Bartels, einer Zeitzeugin der DDR. Sie erzählte herzlich und offen, zugleich aber auch ernsthaft von ihrem Leben und ihren Erfahrungen mit dem DDR-Regime. Durch ihre persönlichen Schilderungen wurde deutlich, was politische Systeme für den Alltag und die Freiheit einzelner Menschen bedeuten können. Solche Begegnungen ergänzen den Geschichtsunterricht auf besondere Weise. Die Schüler konnten zuhören, nachfragen und ihre bisherigen Vorstellungen der Teilung Deutschlands, der Überwachung durch die „Staatssicherheit“ und der politischen Geschichte Ostdeutschlands mit den Erfahrungen einer Zeitzeugin abgleichen.
Ein musikalischer Abschluss
Am Donnerstagabend wartete mit dem Musical „Wir sind am Leben“ ein weiterer Höhepunkt. Nach Tagen voller Geschichte, Diskussionen und kreativer Eindrücke bildete der gemeinsame Musicalbesuch einen stimmungsvollen Abschluss der Fahrt. Die K0 hatte Berlin aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennengelernt: von der Aussicht des Fernsehturms über die unterirdischen Spuren des Kalten Krieges bis hin zu den bunten Wänden der Street-Art-Szene. Die Begegnungen und Erlebnisse zeigten, wie eng Geschichte, Politik, Kunst und persönliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Die K0 ging – das zeigt ihr Graffiti und die Gespräche mit der Zeitzeugin – mit vielen Fragen und großer Neugierde nach Berlin und kehrten mit intensiven, spannenden Eindrücken zurück.
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